Patchwork-Ferien. Und der Beweis, dass Grillieren bei Gewitter funktioniert.

Ferien als Patchwork-Familie, kommt das gut? Und wie geht Grillieren inmitten eines heftigen Gewitters? Heute geht es mit den Emotionen hoch und runter, wie mit der Topografie im Ötztal.

Dieses Jahr war vieles anders. Ich war nicht wie sonst jeweils alleine mit meinen Kindern auf dem Honzar-Hof. Während einer Woche kam auch meine Freundin mit zwei Kindern vorbei. Das erste Mal in meinem Leben habe ich Patchwork-Ferien gemacht. Am Anfang meiner Ferien habe ich den Artikel von Marin Majica über die digitale Patchwork-Familie in der «Zeit» gelesen. Ich kann nur sagen: So harmonisch war es bei uns nicht (so digital dagegen schon). Akzeptanz – oder eben nicht – und Rollenverständnis haben zu hitzigen Momenten geführt, laut und impulsiv. Bei uns will der «Flickenteppich» jedenfalls noch fertig zusammengenäht werden. Meine Emotionen haben jedenfalls der Ötztaler Landschaft verblüffend geglichen, vielleicht mit etwas weniger Berggipfeln respektive Höhepunkten. Und wenn ich hier etwas diffus bleibe, so ist das Absicht, um die Beteiligten zu schützen. Ich vermute, liebe Leserin, lieber Leser, wenn du selbst Patchwork-Erfahrungen gemacht hast, weisst du, wovon ich rede.

Grillieren bei Gewitter? Kein Problem!

Am Samstagabend traten die Patchwork-Themen aber für einmal in den Hintergrund. Denn definitiv zu den Höhepunkten in unseren Ötztalferien gehört das gemeinsame Grillieren mit unseren Gastgebern. Dass es dazu kommt, ist für mich ein Grund, weshalb ich mich hier auf dem Honzar-Hof nicht nur als Gast fühle, sondern schon fast als Mitbewohner, sozusagen als Einheimischer mit komischem Akzent.

Grillieren bei Gewitter: Essen in der Garage
Essen geht auch in der Garage, wenn es draussen gewittert.

Jedenfalls haben wir gerne zugesagt, als uns unser Gastgeber zum Grillieren einlud. Dabei war nicht nur seine Familie, auch die Eltern und die beiden Brüder samt Familie gehörten zur Runde, die somit auf 20 Personen anwuchs – kein Problem für den grossen Garten. Das im Unterschied zu den Gewitterwolken, die während der Vorbereitungen aufzogen. Und es leider nicht bei der Drohkulisse beliessen. Pünktlich mit dem Eintreffen der Gäste fielen die ersten Regentropfen, die sich später zu einem regelrechten Wolkenbruch mit Blitz und Donner steigerten. Also Tische in die Garage und Grill unters Vordach.

Grill bei Gewitter
Auch wenn man es hier nicht sieht: Das Essen war gut.

Nun konnte der gemütliche Teil beginnen. Ich kümmerte mich um die beträchtliche Fleischmenge (das Ötztal ist nicht unbedingt ein Ort für Vegetarier, auch wenn wir für unsere zwei Vegi-Kinder vorgesorgt hatten), die Gäste genossen das Essen, und der Vorplatz verwandelte sich in eine kleine Seenlandschaft.

Wir genossen es. Und als einige Zeit später Dutzende von Koteletts, Würsten und Steaks sowie ein hervorragender Früchtekuchen in unseren Mägen lagen, hatten sich auch die Gewitterwolken wieder verzogen. Zum Abschluss versöhnte uns der Abend mit einem wunderbaren Sternenhimmel, Sternschnuppen inbegriffen.

Keine Retourkutsche

Vorgestern stand noch ein anderer Abschied an. Meine Freundin und ihre Kinder reisten heute früh wieder heim – leider. Und während es in der Schweiz knallte, Populistenpolitiker ihre heuchlerischen Reden schwangen und meine Heimatstadt Winterthur verhagelt wurde, genossen wir die Langsamkeit bei einer Kutschenfahrt der Ache entlang.

Mit der Kutsche unterwegs im Ötztal.
Mit der Kutsche unterwegs im Ötztal.

Während uns Franziska vom Vitalhof Tischlars durchs Ötztal führte, deponierten wir die Spannungen der letzten Tage auf den zahlreichen Misthaufen am Weg. Langsamkeit entschleunigt. Und so genossen wir den letzten gemeinsamen Abend mit einem Dessert in der «Bergwelt» und danach im Spielplatz-Garten auf dem Honzar-Hof. Während Hofhund «Lucky» die geworfenen Bälle zurückbrachte (unermüdlich), fanden sich endlich auch die Kinder. Und mit dem Schlafengehen fügte sich ein neues Stück zur Patchwork-Familiendecke hinzu – ich hoffe, das hält (an)!

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