Was tun wenn’s regnet? Teil 2: Altes neu entdecken

Wenn die Shopping-Gelüste gestillt sind und es im Ötztal immer noch regnet (was sehr wahrscheinlich ist), ist etwas mehr Phantasie gefragt. Oder wie wir neue Orte entdeckt haben und Gedanken von Pestalozzi.

Bei Regen fallen für uns nicht Hardcore-Outdoor-Aktivisten viele Aktivitäten – nun ja, ins Wasser. Klar, der Aqua-Dom wäre eine Möglichkeit, macht mit Sonne aber mehr Spass. Und wir waren schon dort. Doch als erfahrene Ötztal-Gänger haben wir diesen Sommer zwei neue Ideen gefunden.

Ab auf den Berg!

Die einen ziehen die Regenpelerine über, wir nehmen die Gondel. Diesen Sommer haben wir uns zum ersten Mal vom (Werbe-)Versprechen verleiten lassen und sind mit der Acherkogelbahn in acht Minuten von Oetz nach Hochoetz gegondelt, von gut 1000 auf 2000 Meter. Ok, die Aussicht ist bei schönem Wetter sicher besser, aber die Alp ist schön gemacht mit einem See und einem Holzspielplatz, wo kind Schafe tanzen lassen und in einem überdimensionerten Hamsterrad Wasser pumpen kann. Ok, am besten mit Kinder unter zehn Jahren und bei trockenem Wetter zu geniessen, aber auch für uns bei leichtem Regen ganz witzig. Und dann gibt’s da ja auch noch ein Restaurant, mit speditivem Service und typisch österreichisch tiefen Preisen – drei kleine Mahlzeiten und Getränke für 25 Euro. In der Schweiz wären der Service halb so schnell und die Preise doppelt so hoch.

Spielplatz und See in Hochoetz bei der Acherkogel-Bahn
See und Spielplatz bei der Bergstation der Acherkogelbahn (Hochoetz).

Grosser Mist ganz gross: das Heimatmuseum

Mist im besten Sinne des Wortes bietet dagegen das Ötztaler Heimatmuseum, das recht abgelegen im Weiler Lehn bei Längenfeld zuhause ist. Für uns ist der Weg in die Vergangenheit allerdings nah, vom Honzar-Hof aus ist das Museum nur einen halbstündigen Spaziergang entfernt und deshalb auch bei unsicherem Wetter sicher erreichbar. Eine Vorwarnung allerdings: Die einzige Verpflegungsmöglichkeit in Lehn erschöpft sich in einem Brunnen vor dem Museum!

Ansonsten bietet das Heimatmuseum in verschiedenen historischen Gebäuden den zu erwartenden Blick in die Vergangenheit. Und widmet sich diesen Sommer ganz dem Mist, genauer gesagt dem «Mistapostel» Adolf Trientl, der dieses Jahr 200 Jahre alt geworden wäre – und es würde mich auch nicht wundern, wenn er immer noch irgendwo zurückgezogen auf einer abgelegenen Alp lebt. Trientl hat dazumals nicht nur mittels gezielten Düngens dazu beigetragen, dass die kargen Wiesen besser gediehen. Er hat auch geistigen «Dünger» gefordert und sich für eine gute Schulbildung stark gemacht. Denn diese sei Voraussetzung, um den harten bäuerlichen Alltag zu verbessern. Und so trifft man im Regenwetter plötzlich auf Ideen, die auch Pestalozzi hatte!

 

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